Sartre nennt es „Verurteiltsein zur Freiheit“: Wir können nicht nicht wählen, denn auch das Nichtwählen ist eine Wahl, für die wir geradestehen. Sein Beispiel ist der junge Mann, der sich zwischen der kranken Mutter und dem Widerstand entscheiden muss und von niemandem die Antwort bekommt. Für ein sechsjähriges Kind sieht dieselbe Struktur so aus: Zwei Freunde wollen an einem Nachmittag etwas mit ihm machen, und beides geht nicht. Diese Geschichte entlastet Bruno nicht mit einem glücklichen Zufall. Sie lässt ihn erleben, was Erwachsene oft verdrängen — dass Zögern eine Entscheidung ist, nur eine, die man nicht zugeben muss.
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Was wählst du, wenn du nicht wählst?
So liest man dieses Buch
Die Geschichte hat bewusst kein Happy End im Sinne einer klugen Lösung: Bruno verpasst beides. Der Trost liegt am Sonntag — man kann hingehen und es geraderücken. Sartres Gedanke ist für Kinder in einem Satz fassbar: Nicht wählen ist auch wählen. Erwachsene sollten sich davor hüten, Bruno vorzuwerfen, er habe „gelogen“; er hat etwas viel Häufigeres getan — gehofft, dass sich die Sache von selbst löst.
Drei Gesprächsimpulse danach:
- Was hättest du am Samstag um drei gemacht?
- Warum hat Bruno beiden „klar“ gesagt?
- Kann man sich davor drücken, sich zu entscheiden?
Was Kinder hier üben:
Erkennen, dass Aufschieben eine Entscheidung ist — und dass man sie danach geradebiegen kann.
Wichtig: nicht zu schnell auflösen. Ihr „Ich weiß es auch nicht – schön, oder?” ist die beste Antwort.
