Dieses Buch erzählt den ältesten Trost der Stoa in der Sprache eines Fünfjährigen: Es gibt Dinge, die stehen in unserer Macht, und Dinge, die stehen nicht in unserer Macht — und fast aller Ärger entsteht daraus, dass wir beides verwechseln. Epiktet, der als Sklave nach Rom kam und sein Leben lang hinkte, hat diesen Satz an den Anfang seines Handbüchleins gestellt. Emil lernt ihn nicht als Regel, sondern an einem verregneten Samstag. Wichtig beim Vorlesen: Der Regen wird nicht schöngeredet. Emil darf wütend sein. Die Geschichte nimmt ihm den Ärger nicht weg, sie zeigt ihm nur, wo er ihn hinlegen kann.
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Was gehört dir an einem Tag, an dem alles schiefgeht?
So liest man dieses Buch
Vermeiden Sie beim Vorlesen die Abkürzung „dann eben etwas anderes“. Der Kern dieser Geschichte ist nicht die Ablenkung, sondern eine Unterscheidung: Der Regen war nie Emils. Sein Nachmittag schon. Kinder können diesen Unterschied früher fassen, als man denkt — meist an Dingen, die kleiner sind als ein Ausflug: eine geschlossene Rutsche, ein Freund, der krank ist, ein Bruder, der schneller läuft.
Drei Gesprächsimpulse danach:
- Was war heute so, wie du es nicht wolltest?
- Konntest du daran etwas ändern — oder war das wie Regen?
- Was war der Rest, der dir gehört hat?
Was Kinder hier üben:
Zwischen dem unterscheiden, was es beeinflussen kann, und dem, was einfach passiert — ohne dass das eine den Ärger über das andere verbietet.
Wichtig: nicht zu schnell auflösen. Ihr „Ich weiß es auch nicht – schön, oder?” ist die beste Antwort.
