„Das größte Glück der größten Zahl“ — Benthams Formel klingt einleuchtend und ist es oft auch: Sie zählt jeden gleich und fragt nach Folgen statt nach Gewohnheiten. Ihr bekanntester Einwand lautet, dass eine Summe sich nicht darum kümmert, wie das Glück verteilt ist; einer kann übrig bleiben, und die Rechnung stimmt trotzdem. Mill selbst hat deshalb nachgeschärft. Kinder begegnen dieser Frage in ihrer reinsten Form beim Abstimmen. Diese Geschichte spricht sich nicht gegen Abstimmungen aus — sie zeigt nur, dass nach dem Auszählen die eigentliche Frage erst kommt.
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Haben die meisten immer recht?
So liest man dieses Buch
Diese Geschichte sagt nicht, dass Mehrheiten falsch sind — Lene bleibt stolz auf ihr Zählen. Sie zeigt die Lücke im Rechnen: Eine Summe interessiert sich nicht dafür, wie das Glück verteilt ist. Der Wendepunkt ist Seite 9, und er ist kein Mitleid, sondern eine Verfahrensfrage: Nima wird gefragt, bevor abgestimmt wird. Wer mag, probiert es zu Hause aus — erst reden, wer was braucht, dann abstimmen. Der Unterschied ist erstaunlich.
Drei Gesprächsimpulse danach:
- Wann hast du zuletzt verloren, obwohl du gut gestimmt hast?
- Was fühlt sich anders an: allein übrig bleiben oder mit anderen verlieren?
- Was muss man wissen, bevor man abstimmt?
Was Kinder hier üben:
Mehrheiten verstehen — und merken, dass Zählen erst nach dem Zuhören kommt.
Wichtig: nicht zu schnell auflösen. Ihr „Ich weiß es auch nicht – schön, oder?” ist die beste Antwort.
