thauma. junior · Wahrheit · ab 5
Der Elefant im Dunkeln
Ein Bilderbuch über die Wahrheit
Was ist wahr? Eine schwere Frage – und doch gibt es eine uralte Geschichte, die sie einem Kind in einem einzigen Bild erzählt. Fünf kleine Tiere tasten in einer dunklen Nacht nach einem riesigen Wesen, und jedes berührt nur einen Teil: die eine den Rüssel und hält ihn für eine Schlange, die andere das Ohr und hält es für ein Blatt.
Jedes Tier hat recht – und doch hat keines das Ganze. „Der Elefant im Dunkeln" erzählt diese sehr alte Parabel neu (überliefert in buddhistischen und jainistischen Texten, im Westen berühmt durch den Dichter Rumi). Das Buch verrät nicht, was der Riese wirklich ist. Es lässt staunend offen, dass die Wahrheit größer sein könnte als jede einzelne Sicht.
Zum Durchblättern
Alle 18 Doppelseiten – Bild und Vers.


















Didaktische Hinweise
So liest man dieses Buch
Diese Geschichte erzählt eine sehr alte Parabel neu — „Die Blinden und der Elefant". Sie stammt ursprünglich aus dem alten Indien und ist in buddhistischen wie jainistischen Texten überliefert (am bekanntesten im buddhistischen Udana); im Westen wurde sie vor allem durch den persischen Dichter Rumi berühmt — er hat sie weitergegeben und neu erzählt, aber nicht erfunden. Der Kern: Jeder berührt nur einen Teil und hält ihn für das Ganze — und jeder hat dabei auf seine Weise recht. Statt zu belehren, lädt das Buch zum gemeinsamen Staunen ein: Vielleicht ist das, was wir sicher zu wissen glauben, nur ein Stück von etwas viel Größerem. Sprechen Sie mit Ihrem Kind ohne richtige Lösung: Was hat jedes Tier gespürt? Hatte eines von ihnen unrecht? Und die Schlussfrage „Und du? – Bist du sicher?" dürfen Sie ruhig offen stehen lassen — sie ist eine Einladung zur Neugier, kein Test.
Drei Gesprächsimpulse danach:
- „Was meinst du – wer hat recht? Und warum?"
- „Was würde wohl ein anderes Tier dazu sagen?"
- „Kann es vielleicht mehr als eine richtige Antwort geben?"
Was Kinder hier üben:
- Perspektivübernahme – die Welt mit anderen Augen sehen.
- aushalten, dass mehrere gute Sichten nebeneinanderstehen.
- spüren, dass eine Frage offen bleiben darf – und das Staunen lieben.
Wichtig: nicht zu schnell auflösen. Ihr „Ich weiß es auch nicht – schön, oder?" ist die beste Antwort.