Zum Inhalt springen
thauma.
← Erfahrungen

Jean-Paul Sartre

Erzählvideo · Die Existenz geht der Essenz voraus

Du wirst nicht geboren als das, was du bist – du machst dich erst dazu.

Stell dir vor, niemand hätte dir je gesagt, wozu du auf der Welt bist. Genau hier setzt Jean-Paul Sartre an, der Wortführer des französischen Existenzialismus. Sein Gedanke kehrt die alte Ordnung um: Die Existenz geht der Essenz voraus. Der Mensch hat keine vorgegebene Natur, kein Programm, keinen Plan – er existiert zuerst und bestimmt sein Wesen erst nachträglich, durch das, was er tut. Daraus folgt eine schwindelerregende Freiheit. Wir sind, sagt Sartre, zur Freiheit verurteilt: Wir können nicht nicht wählen, denn selbst das Nichtwählen ist eine Wahl. Und mit jeder Wahl tragen wir die volle Verantwortung – nicht nur für uns, sondern für das Bild vom Menschen, das wir damit entwerfen. Wer dieser Freiheit ausweicht und sich behandelt wie ein bloßes Ding, lebt in dem, was er Unaufrichtigkeit nennt, im bösen Glauben. „Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“, schreibt er in „Der Existenzialismus ist ein Humanismus“. Ein harter Satz – und zugleich eine Einladung, das eigene Leben als Entwurf zu begreifen.

🎧 Vorlesen – die ganze Erfahrung hören

🔊 Erzählvideo

KI-Erzählstimme, kein Originalton — ein Porträt im Geiste des Denkers.

  1. 1

    Existenz vor Essenz

    Der Mensch hat keine vorgegebene Natur, sondern macht sich erst durch sein Handeln zu dem, was er ist.

  2. 2

    Radikale Freiheit

    Der Mensch ist „zur Freiheit verurteilt“ – er kann nicht nicht wählen, selbst Nichtwählen ist eine Wahl.

  3. 3

    Verantwortung

    Mit der Freiheit trägt der Einzelne die volle Verantwortung für sich und – im Wählen seines Menschenbildes – für alle.

Nachklang

Was bleibt, ist eine Frage, kein Schlusspunkt — und ein Satz, der nachklingt: „Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt.“ (Der Existenzialismus ist ein Humanismus (1946)).

Jean-Paul Sartre

Diese Erfahrung gehört zu

Jean-Paul Sartre

Zum Denker & Gespräch