Wiederentdeckung der Antike, Wende zum Menschen und zur Natur – Erasmus, Machiavelli, Bruno.
1401–1464
Kardinal, Mathematiker und Denker an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit. Mit der „docta ignorantia“ – dem belehrten Nichtwissen – machte er das Bewusstsein der eigenen Grenze zum höchsten Wissen und dachte Gott als das Zusammenfallen aller Gegensätze im Unendlichen.
1466–1536
Der „Fürst der Humanisten“ und das Gewissen Europas an der Schwelle zur Reformation. Mit feiner Ironie, gelehrter Bildung und unermüdlichem Eintreten für Frieden und Toleranz suchte er einen dritten Weg zwischen erstarrter Kirche und religiöser Spaltung – am berühmtesten in seinem „Lob der Torheit“.
1469–1527
Florentiner Staatsdenker und Begründer der modernen politischen Theorie. Er trennte Politik von Moral und fragte nicht, wie Herrschaft sein soll, sondern wie sie tatsächlich funktioniert.
1533–1592
Der Erfinder des Essays und der gelassenste Skeptiker der Renaissance. In seinen „Essais“ macht Montaigne sich selbst zum Gegenstand des Denkens und stellt allem prüfend eine einzige Frage entgegen: „Que sais-je?“ – Was weiß ich?
1548–1600
Der kühnste Denker der Renaissance: Bruno sprengte das geschlossene Weltbild und behauptete ein unendliches Universum mit unzähligen Welten. Sein Pantheismus, der Gott und Natur in eins setzt, brachte ihn 1600 auf den Scheiterhaufen der Inquisition.