Vier Tische, vier Bücher, eine mögliche Ordnung
Der Lesesaal
In einem Lesesaal stehen vier Tische nebeneinander, von links nach rechts. An jedem sitzt genau ein Leser, auf jedem liegt genau ein Buch. Du erfährst nicht, wer wo sitzt — nur einige Nebensächlichkeiten, aus denen sich alles Übrige zwingend ergibt. Mehr braucht es nicht: kein Vorwissen, keine Jahreszahl, die man auswendig können müsste. Nur die Jahreszahlen, die dabeistehen, wollen mitgelesen werden.
- „Grundlagen der Geometrie" — David Hilbert, 1899
- „Der logische Aufbau der Welt" — Rudolf Carnap, 1928
- „Kritik der reinen Vernunft" — Immanuel Kant, 1781
- „Dissertatio de arte combinatoria" — Gottfried Wilhelm Leibniz, 1666
- Dorian liest nicht „Der logische Aufbau der Welt".
- Dorian sitzt nicht an Tisch I.
- Fabian sitzt unmittelbar neben dem Tisch mit „Kritik der reinen Vernunft".
- Greta sitzt unmittelbar neben dem Tisch mit „Grundlagen der Geometrie".
- „Grundlagen der Geometrie" liegt weiter links als „Kritik der reinen Vernunft".
- Fabian liest nicht „Der logische Aufbau der Welt".
- Von „Der logische Aufbau der Welt" und „Dissertatio de arte combinatoria" liegt das ältere Werk weiter links.
- Dorian sitzt nicht an Tisch III.
Tisch I
Tisch II
Tisch III
Tisch IV
Die vier Leser hat es nie gegeben; sie sind Figuren des Rätsels, nicht der Geschichte. Die vier Bücher dagegen stehen mit Verfasser und Erscheinungsjahr im Bestand dieser Seite, und wo ein Hinweis auf das ältere Werk verweist, tut er es nach dem wirklichen Datum. So behauptet das Spiel nichts, was falsch wäre — die Fiktion bleibt dort, wo sie sichtbar ist.
Die Form geht auf das sogenannte Zebrarätsel zurück, das im Volksmund Einstein zugeschrieben wird — ohne jeden Beleg, dass er es je gesehen hätte. Was es lehrt, ist die unscheinbarste Bewegung des Denkens: dass man das Wahre oft nicht findet, indem man es sucht, sondern indem man geduldig ausschließt, was nicht sein kann.