Rationalismus und Empirismus, der Aufstieg der Vernunft – Descartes, Spinoza, Locke, Hume, Kant.
1561–1626
Der Wegbereiter des wissenschaftlichen Denkens und Vater des Empirismus. Mit dem „Novum Organum“ entwarf Bacon eine neue Methode der Naturerkenntnis – die Induktion – und prägte die Idee, dass Wissen Macht über die Natur verleiht.
1588–1679
Der Begründer der modernen Staatsphilosophie. Mit dem „Leviathan“ entwarf Hobbes das radikalste Bild menschlicher Ordnung: Ohne einen alles überragenden Staat herrscht der Krieg aller gegen alle – erst der Gesellschaftsvertrag macht aus Furcht Frieden.
1596–1650
Vater der neuzeitlichen Philosophie. Mit dem methodischen Zweifel suchte er ein absolut sicheres Fundament – und fand es im „Ich denke, also bin ich“.
1623–1662
Mathematisches Wunderkind, Erfinder der Rechenmaschine – und doch der große Denker der menschlichen Zerbrechlichkeit. Pascal vermisst die Größe und das Elend des Menschen, fasst ihn als „denkendes Schilfrohr“ und stellt mit seiner berühmten Wette die Frage nach Gott auf den Boden der Entscheidung unter Ungewissheit.
1632–1704
Der Begründer des Empirismus und Vater des Liberalismus. Für Locke ist der Verstand bei der Geburt ein unbeschriebenes Blatt – alle Erkenntnis stammt aus Erfahrung. Und der Mensch besitzt von Natur aus unveräußerliche Rechte: Leben, Freiheit und Eigentum.
1632–1677
Rationalist und Pantheist, der Gott und Natur gleichsetzte („Deus sive Natura“) und seine Ethik streng more geometrico – nach Art der Geometrie – aus Definitionen und Axiomen ableitete.
1646–1716
Universalgelehrter und Rationalist, der von der Infinitesimalrechnung bis zur Monadenlehre reichte – und mit dem „calculus ratiocinator“ den Urtraum der formalen Logik formulierte.
1668–1744
Der einsame Neapolitaner, der gegen Descartes eine eigene Wissenschaft vom Menschen begründete. Mit dem Satz „Wahr und Gemachtes sind dasselbe“ und seiner „Scienza Nuova“ machte er die Geschichte zum eigentlichen Feld menschlicher Erkenntnis – ein Jahrhundert vor seiner Zeit.
1685–1753
Der irische Bischof, der die Materie abschaffte. Mit dem berühmten Satz „esse est percipi“ – Sein ist Wahrgenommenwerden – erklärte Berkeley, dass nichts existiert außer Geistern und ihren Ideen. Die Welt der Körper besteht nur, insofern sie wahrgenommen wird.
1689–1755
Der Baron, der die Macht zähmte. Mit „Vom Geist der Gesetze“ machte Montesquieu die Gewaltenteilung zum Grundgedanken des modernen Verfassungsstaats: Nur wo Macht die Macht hemmt, kann Freiheit bestehen.
1694–1778
Die scharfe Feder der Aufklärung. Als Dichter, Historiker und streitbarer Publizist machte Voltaire die Toleranz zur politischen Forderung, geißelte Fanatismus und Aberglauben mit dem Schlachtruf „Écrasez l’infâme“ und verteidigte mit „Candide“ und unzähligen Streitschriften die Freiheit des Denkens.
1711–1776
Radikalster Denker des britischen Empirismus. Mit dem Induktionsproblem und dem Sein-Sollen-Gesetz erschütterte er Kausalität und Moralbegründung gleichermaßen.
1712–1778
Der unruhige Außenseiter der Aufklärung. Mit dem Satz „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten“ eröffnete er den „Gesellschaftsvertrag“ – und stellte die Frage, wie Menschen sich vergesellschaften können, ohne ihre Freiheit zu verlieren.
1713–1784
Der Kopf der französischen Aufklärung und Herausgeber der „Encyclopédie“. Diderot machte das gesammelte Wissen der Welt zur Waffe gegen Vorurteil und Aberglaube – und dachte die Natur konsequent materialistisch: als ein einziges, lebendiges, sich selbst bewegendes Ganzes.
1723–1790
Der schottische Aufklärer, der die moderne Ökonomie begründete – und sie auf eine Moralphilosophie der Mitmenschlichkeit stützte. Berühmt für die „unsichtbare Hand“, doch ihr Fundament legte er in seiner „Theorie der ethischen Gefühle“: Markt und Moral gehören bei ihm zusammen.
1724–1804
Vollender der Aufklärung. Mit seiner „kopernikanischen Wende“ fragte er nicht mehr nach den Dingen an sich, sondern nach den Bedingungen der Möglichkeit unserer Erkenntnis.
1744–1803
Der Denker der Sprache, der Völker und der Humanität. Herder erklärte die Sprache als Erfindung des Menschen aus seiner besonderen Natur, entdeckte den eigenen „Geist“ jeder Kultur und wurde so zum Wegbereiter des Historismus.
1748–1832
Der Begründer des Utilitarismus. Mit dem Prinzip vom „größten Glück der größten Zahl“ machte Bentham das messbare Glück zum einzigen Maßstab von Recht und Moral – ein radikaler Reformer, der Gesetze, Gefängnisse und Gesellschaft am Kalkül von Lust und Leid neu vermessen wollte.
1749–1832
Dichter, Staatsmann und Naturforscher – die zentrale Gestalt der Weimarer Klassik. Goethe suchte hinter der Vielfalt der Erscheinungen das „Urphänomen“ und entwarf gegen die zergliedernde Naturwissenschaft eine anschauende, ganzheitliche Naturphilosophie der lebendigen Gestalt.
1759–1805
Dichter-Philosoph der Weimarer Klassik und Kantianer, der die Kluft zwischen Sinnlichkeit und Vernunft ästhetisch versöhnt. Sein großes Programm: die ästhetische Erziehung des Menschen – der Weg zur Freiheit führt durch die Schönheit.